12. Juli   Tagesausflug zum Kloster Loccum


Schon um 8.00 Uhr am Samstag hatten sich über 40 Personen hinter dem Schützenhaus in Blomberg eingefunden,  große und kleine, alte und junge Heimatfreunde aus ganz Lippe. 

Die diversen Hinweise in Rundschreiben, Presseorganen und Internet hatten Erfolg gehabt.

Vielleicht spielte der blaue Himmel auch eine Rolle.

 

Auf kürzestem Wege (wer kennt schon Helpsen!) ging es um Stadthagen herum nach Loccum.

Um 10 Uhr erwartete uns die Küsterin (daneben Uwe Feiert, der Kassenwart und Erhard Oerder, der Vorsitzende) vor dem Eingang zur Stiftskirche, inmitten der alten Klosteranlage.

Über den Bau der Anlage und die Geschichte und Verwendung der Klosteranlage kann man ausführlich bei Wikipedia nachlesen.

 

Dr. Heinrich Stiewe, der stellvertretende Vorsitzende,  war mit eigenem PKW nachgekommen, da der Bus nicht behindertengerecht ausgestattet war.

 

Mit viel Detailwissen und praktischen Hinweisen (z.B. wird die Klosteranlage mit einer Holzschnitzelheizanlage beheizt) führte uns die Küsterin fast zwei Stunden durch die weitläufige Anlage .

Nach Passieren der Einganstür im Norden standen wir vor dem Taufstein. Statt der Orgel befand sich an der Westseite der Stiftskirche ein neuzeitliches Maßfenster, die Taufe Jesu durch Johannes darstellend.

 

Eine neue Orgel der Firma Seifert&Sohn  wurde 2011 nach vielen Gesprächen und in Abstimmung mit allen Beteiligten (um jeden Zentimeter wurde gerungen!) frei stehend in den nördlichen Querflügel eingepasst.

Zur 850 Jahrfeier wurde das Innere gründlich renoviert: grauer Putz entfernt, Sandstein  sandgestrahlt, die Wände geweißt.  

Man merkte an den vielen einzelnen Gegenständen, dass es sich hier  nicht um ein Museum handelt, sondern um eine Kirche in voller Funktion.

Das bemalte Holzkreuz von 1240, das früher die Kirche in der Mitte teilte, befindet sich heute vor dem Altar. Es ist beidseitig bemalt, das untere Bild zeigt die Seite zum Altar, die der Pfarrer sieht.



Teile des alten Chorgestühls sind noch vorhanden.

Das gotische Sakramentshäuschen ist komplett vorhanden, aber ohne Funktion.

Auch das alte dreiflügelige Altarbild erstrahlte in neuem Glanz., davor ein modernes Kruzifix.

 

Im nördlichen Seitenflügel befindet sich seit 2013 das Auferstehungfenster von Johannes Schreiter

(zu weiteren Bildern von Johannes Schreiter)

 

Ebenfalls im nördlichen Querschiff befindet sich ein Zweitguß einer Skulptur von Werner Franzen. 

(Das Original: Amplexus, Umarmung, steht im Altenberger Dom)

Der Gekreuzigte stützt sich auf Bernhard von Clairvaux und Martin Luther.

Tiefsinnig diese Darstellung in einer Kirche mit zweigeteilter Geschichte: Zisterzienserkloster bis zur Reformation, danach evangelisches Kloster mit Predigerseminar.



Ein weiterer Altarschrein zeigt die Madonna mit Kind.

Im linken Teil unten die "hohe" Geistlichkeit, rechts unten die Bürgerlichen, wesentlich niedriger!

Es gibt noch viel in der Stiftskirche zu erkunden!

Links ein Reliquienschrein, oben einer von vielen Verschlusssteinen im Deckengewölbe

In der Johanneskapelle bestaunten wir die Bilder von Hermann Buß, die er 2012 dort malen durfte!

(Innenhof, Steinhuder Meer im Winter, Kloster im Winter, Ruine der  Luccaburg (Namensgeber von Loccum), meerumschlungen mit Steinfloß und Paddel in Kreuzform).

Statt "Johannes"kapelle gibt es nun die "Buß"kapelle, die Zuschauer anlockt und zum Grübeln anregt.

Alte Luccaburg in der Nähe

     

Ein Ort der Stille ist der Innenhof,            von

     

 hier aus sind alle Räumlichkeiten des Klosters zu erreichen

Im ehemaligen Laienrefektorium durfte vor über 100 Jahren (1884-1891)schon einmal ein Künstler seiner Begabung freien  Lauf lassen. Eduard Gebhardt (1838 - 1925) malte etliche biblische Szenen (hier die Hochzeit zu Kana), wobei er viele Gesichter nach lebenden Vorbildern malte. Unsere Führerin erzählte, wie rührend  sie es fand , als einmal ein Enkel des "Bräutigams" sich vor dem Bild fotografieren ließ und die Ähnlichkeit des Enkels mit dem Bild verblüffend war.

 

Mittags fuhren wir dann mit dem Bus nach Steinhude, wo jeder die Freizeit genießen konnte. Mittagessen mit Fisch oder Eiskaffee mundeten  besonders.

 Die Parkplätze waren überfüllt. Wenn man Ruhe und Erholung am Steinhuder Meer sucht, sollte man lieber innerhalb der Woche kommen.

Fotos und Text: Storkebaum

Hier geht es zum Bericht von Erhard Oerder


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