27. September 2014 

Besuch des Wasserschlosses in  Reelkirchen

Über 60 Heimatfreunde aus Nah und Fern kamen am Samstag, den 27. 09. in Reelkirchen zusammen: Das Wasserschloss, dessen Betreten seit alters her meist verboten war, war geöffnet! 

Vor knapp zwei Jahren wurde es von Kunsthistorikerin Dr. Sigrun Brunsiek (ehemals Reelkirchen) und Ihrem Partner, Dr. Josef Spiegel, vom ehemaligen Besitzer, dem Baron von Mengersen, gekauft . Das Wasserschloss soll in den nächsten 5 Jahren renoviert werden. Im Untergeschoss sollen Wohnräume bleiben. Die mittlere Etage mit dem Tapetenzimmer, dem Musikraum und weiteren Räumen soll für Veranstaltungen, wie Kunstausstellungen, Dichterlesungen, Konzerten hergerichtet werden. Im Dachgeschoß sollen drei Apartements entstehen, die an Künstler vermietet werden sollen. Der Anfang ist gemacht, das Dach ist fertig und in den anderen Räumen sind die Handwerker dabei. Das Gebäude steht seit 1984 unter Denkmalschutz. Da die ehemaligen Besitzer in Süddeutschland wohnen und das Haus kaum bewohnten, ist fast alles noch in einem sehr alten Zustand.

 

Man betritt das Wasserschloss über eine Brücke und durch einen Torbogen.

Alte Familienwappen zieren den Bogen

 

 

Das Herrenhaus besteht aus Fachwerkmauern, die verputzt sind. Das Dach ist größtenteils mit Tonpfannen gedeckt. Nur an exponierten Stellen befinden sich die teureren Wesersandsteinplatten.

Dr. Heinrich Stiewe, der stellvertretende Vorsitzende unseres Ortsvereins, begrüßte die überraschend große Zahl der Besucher.

Er gab einige Erläuterungen zur Geschichte des Ritterguts und 

bedankte sich bei den neuen Besitzern mit einem  kleinen Präsent.

Und dann konnte man das Herrenhaus betreten!

( Die jetzige Besitzerin erinnert sich noch genau an ihre Kinderzeit, als man verbotenerweise um das Haus geschlichen sei und in den Gebüschen Versteck gespielt hat. Sie hätte damals nicht im Traum daran gedacht, einmal selbst dort einzuziehen!)

 

Das Treppenhaus mit geschnitzten Blumenmotiven begrüßt den Eintretenden

Die Wände zieren z. Z. moderne Kunstwerke

Überall finden sich noch übriggebliebene  Gebrauchsgegenstände! 

 

Mittelpunkt des ehemaligen Musikzimmers ist der 
original erhaltene Kamin aus dem 18. Jahrhundert

Das Wertvollste im Haus ist das sogenannte Tapetenzimmer. 
An drei Wänden befindet sich noch die alte Tapete von 1810. 
 Diese in Paris gefertigte Tapete gibt es nur noch einmal in Deutschland 
und 11 mal in den USA 

 

Die Panorametapete zeigt venezianische Motive. 

Bei genauerem Hinsehen findet man viele nette Einzelbegebenheiten.

Die Tapetenbahnen reichten nicht bis zur Decke. Oben unter der Decke scheinen die Wolken dazugemalt zu sein.

Auch im Sockelbereich wurde wohl ein Muster übergemahlt.

Ein Dokument aus dem Jahr 1978 gibt einige Einzelheiten bekannt.

Die genaue Herkunft der Tapete ist aber (noch) nicht geklärt.

Der jetzt in einem Nebengebäude eingebaute Torbogen stammt von der nebenan erwähnten Zehntscheune. Die Scheune selbst wurde später abgerissen.

Eine ausführliche Beschreibung findet sich auch in der Urkunde zum Denkmalschutz(s.o.)

(Zum Vergrößern der Textseite bitte mit gedrückter Strg-Taste am Mausrad drehen!)

 

Im Garten befinden sich noch zwei Gedenksteine der Familie von Mengersen

Dann heißt es Abschied nehmen-

(Die Hauskatze macht es sich wieder gemütlich)

Wie geht es weiter mit dem Wasserschloss?

 

Sie können mit dem BLOG von Dr. Sigun Brunsiek das Projekt Wasserschloss Reelkirchen weiterhin verfolgen!


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