13. November 2014 : 

Vortrag in der Stadtbücherei

 

Schon vor zwanzig Jahren forschte Frau Liselotte Krull im Stadtarchiv nach Berichten über die Schreiner in Lippe im 18./19. Jahrhundert und die Entstehung der Stuhlproduktion im 19. Jahrhundert bis deren   Niedergang in Blomberg Ende des 20. Jahrhunderts. Viele Einzelheiten kamen dabei zu Tage. Viele Jahreszahlen, Personenbestände, Preisbeispiele und Namen von Blomberger Handwerkern und Industriellen wurden zusammengetragen.

Über 20 Besucher lauschten den Ausführungen von Lieselotte Krull. Viele der Besucher waren Zeitzeugen oder sogar Nachfahren der genannten Personen.  Sie konnten weitere Einzelheiten zu einigen Themen liefern.

 

Lieselotte Krull

 

 

Unser Vorsitzender, Erhard Oerder, begrüßt die Referentin

 

 

 

 

Um 1800 wurden nur rein  handwerklich Stühle hergestellt. 
Ein Meister, ein Geselle, ein Lehrling bildeten einen Betrieb. 

Es gab bis zu 34 Schreinerbetriebe in Blomberg. 

 

 

Es herrschten strenge Sitten. 
Alles war geregelt: Meisterprüfung, Gesellenprüfung, Wanderzeiten, Niederlassungen von Meistern, Steuern, Zölle bei Export 
(4.800 Stühle pro Jahr um 1800!).  

Oben rechts  ein Reisepass von Philipp Tappe 1828 zum Verlassen des Fürstenthums
Lippe, gültig für zwei Jahre.

 

       

 

Hier ein Stadtplan Blombergs von 1927 
mit eingezeichneten Standorten

Teils wurden inzwischen einige Häuser abgerissen oder umfunktioniert. 1991 schloss die letzte Stuhlfabrick.

 

Die "Blomberger Holzindustrie"  überlebt als
 B.Hausmann GmbH & Co. KG 
mit der Produktion der (veredelten) Buchenholzsperrplatte Delignit.

 

Die Firma Stöss handelt in den alten Produktionstätten mit fertigen Möbeln.

 

Frau Krull war es gelungen, aus dem Blomberger Stadtarchiv einige Kataloge auszuleihen.
 Es wurden ausgiebig darin geblättert.

Manch einer fand sein Modell in den Katalogen wieder 
(mit Rohrgeflechten in Heimarbeit angefertigt).

Viele Stühle der Massenfertigung der fünfziger Jahre findet 
man allerdings auch heute oft als Sperrmüll am Straßenrand!

 

Text und Fotos: Friedrich Storkebaum   

      


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