20. Juni 2015 : 

Besuch des Möbelmuseums in Steinheim

  
Mit der Sonderausstellung von 

    August Waldhoff: " Schmetterlinge .... "
   

 

 

Insgesamt13 interessierte Mitglieder unseres Heimatvereins bewegten sich über die Stadtgrenze hinweg in die Nachbargemeinde  zum Besuch des Museums "Steinheimer Möbel".

Blomberg und Steinheim weisen  parallele Entwicklungen auf: In beiden Städten gab es um 1800 viele Schuhmacherwerkstätten, die alle der industriellen Schuhfertigung anheim fielen; beide entwickelten im 19. Jahrhundert aus Tischlerwerkstätten Industriebetriebe zur Holzverarbeitung: Stühle in Blomberg, Stilmöbel in Steinheim. In beiden Städten verschwanden beide  Betriebstätten.

In der früheren Möbelfabrik Josef Günther entstand ab dem Jahr 2000 das jetzige Möbelmuseum. Es beherbergt vorwiegend Einzelstücke von Steinheimer Meistern von 1864 bis zum Ende der Produktion ( und Stühle aus Blomberg).

 

Für 16 Euro ist ein Bildband erschienen, 
der ausführlich das Museum darstellt.       

 

 

Einen Überblick bietet Heft 62 der Reihe
 "Mitteilungen des Kulturausschusses der Stadt Steinheim"
 von 2012 zum 10 jährigen Jubiläum des Museums.

(Im Museum erhältlich)

 

 

 

               Die Führung durch               
Tischlermeister Johannes Waldhoff 
begann mit dem Kaffeetrinken innerhalb des Museums. 
Die Führung war kostenlos, ebenso der Kaffee, 
den Kuchen hatten Mitglieder des 
Heimatvereins Blomberg mitgebracht!

 

 

 

     Links im Bild ein Prunkstück aus einem Historismus-Wohnzimmer

(Kunsttischlermeister Wilhelm Döhre, 1909 )

Holzart: Eiche

"In seiner dekorativen üppigen Formensprache greift der Historismus auf die frühneuzeitliche Gestaltungskunst der Renaissance und des Barock zurück. 

In zweckdienlichen Möbelformen umgesetzt entsprachen sie dem Zeitgeschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts." 

(Zitat aus dem Heft 62)

 

 

 

Der Jugendstil hielt auch in Steinheim Einzug

Interessant sind auch die kunstvollen Intarsienarbeiten.

 

Interessant ist auch das "Radialfurnier", nach der "Bleistiftspitzermethode" geschnittenes Furnier, 
hier eine Probescheibe lose auf einer Ablage.

 

Holzproben (oben)

Handgesägte Bretter (unten)

(Ein mit Dampfmaschine arbeitendes Sägegatter
 kam erst Ende des 19. Jahrhunderts 
nach Steinheim)

 

Weitere 
repräsentative Einzelstücke 
späterer Zeit

 

 

Herrenzimmer- Bücherschrank 1933
(Möbelfabrik Heinrich Hausmann)

(mit den geschwungenen Füßen !)

(Chippendale)

Beachtenswert das Nußbaum-Wurzelmaser- Furnier

Die Stilmöbel wechselten öfter das Design. Als Kitsch verschrien, über Art-Design ging der Trend hin zu den heutigen Kastenmöbeln.

Man definiert sich heute nicht mehr mit handgeschnitzten Möbeln, sondern mit Autos und Urlaub.

Alle Holzbildhauerwerkstätten in Steinheim sind Geschichte!

 


 

Extraausstellung vom 21. Juni bis 16. August:

Zusätzlich zur Dauerausstellung "Möbel aus Steinheim" finden regelmäßig Sonderausstellungen statt. 
Zur Zeit läuft die Extra-Ausstellung von 

August Waldhoff: Schmetterlinge aus aller Welt, ...

Angefangen hatte Herr Waldhoff mit heimischen Schmetterlingen, dazu kamen aber im Laufe der Zeit viele Exoten. 

Sehr sehenswert!

 

 

Dem Heimatverein Blomberg sei gedankt 

für diese 

Exkursion ins benachbarte Steinheim.

Besonderer Dank gilt Herrn 
Johannes Waldhoff 
für seine lebhafte und fundierte Führung. 

 

 

 

 

Fotos: F. Storkebaum       


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