19. November 2015 : 

"Lemgo und die Hanse"

Vortrag von Roland Linde

 

Der Vorsitzende des Heimatvereins Blomberg,
Erhard Oerder, begrüßt die Gäste.



Der Referent, Roland Linde, freut sich, über seine Forschungen zum Thema Hanse in Lemgo  berichten zu können.

 

Die Luftaufnahme zeigt deutlich die Struktur der alten Hansestadt



Deutlich sieht man hier die Altstadt, der eigentliche Kern der Stadt der Kaufleute 
und die Neustadt, die Stadt der Handwerker 
(ehemals auch mit eigenem Rathaus, Kirche (St. Marien) usw.)

(Bereits 1365 wurden beide Städte vereinigt)

 

 

Bernhard  II zur Lippe gründete 1190 planmäßig die Stadt Lemgo, nach dem er schon 1185 planmäßig seine Stadt Lippstadt gegründet hatte.

In die Stadt wurden Bauern und Handwerker aus dem Umland zur Ansiedlung eingeladen (Stadtluft macht frei). Die Stadt wurde am Kreuzungspunkt zweier Handelsstraßen angelegt, mit Rathaus, Kirche, Kaufhaus, Stadtmauer und Toren. Es gab eine Stadtverwaltung und eine Gerichtsarbeit, alles unter dem Schutz der Lippischen Herrscher. Bald gab es eine reiche Kaufmannschaft, viele schöne Bürgerhäuser mit Steingiebeln und umfangreichem Handel mit  Brügge,  Lübeck, Bergen bis zum Peterhof in Nowgorot, den großen Handelskontoren der Hanse.

Reiche Kaufleute aus Lemgo siedelten auch in Lübeck, Bergen und Nowgorod. Stiftungen dieser Kaufleute erreichten z. T. wieder Lemgo. 

In Lemgo gab es keine Institution Hanse, nur freie Kaufleute, unter dem Schutz der jeweiligen Städte und den herrschenden Fürsten und Königen.

Die Zusammenarbeit der Kaufleute in der Hanse wurde über die Hansetage in Lübeck koordiniert. Lemgo war allerdings nur dreimal in 3 Jahrhunderten in Lübeck auf den Hansetagen vertreten.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1648) verfiel die Hanse zusehends. 1669 fand der letzte Hansetag statt.

   

 Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nach dem Ende der Napoleonzeit, interessierten sich wieder Kulturschaffende für die Hanse. Auch nach 1871 blühte  in Deutschland der Mythos Hanse. Mitten im ersten Weltkrieg, im Jahr 1916 schenkte der regierende Fürst Leopold IV. zur Lippe der Stadt Lemgo den Titel "Alte Hansestadt Lemgo"
Die Beweggründe dafür und die Legitimation für dieses "Geschenk" sind unklar. 
(1918 verzichtete Fürst Leopold IV. zur Lippe im Rahmen der Revolution auf seinen Thron und die Weimarer Republik begann. Der Name aber wird weiter benutzt!)

Der Name HANSE ist heute positiv besetzt. Viele Organisationen schmücken sich mit dem Wort (Hanse-Kolleg, Hanse-Kino, usw.)

 

 

               

In der Neuzeit (1980 in Zwolle, 1983 in Herford ( Wetsfälischer Hansebund ))) wurde aus touristischen Gründen die neue Hanse mit neuen Hansetagen wieder eingeführt.

 

In diesem Jahr 2015 fand der Westfälische Hansetag im Lemgo statt:

          

Wer Genauere Informationen erhalten möchte, besorge sich das Buch von Roland Linde.

Es sind nur  noch wenige  Exemplare vorhanden!

    Preis: 15€ für Mitglieder, sonst 19 € (?)

 

Wir vom Heimatverein Blomberg besuchten am 26. September die "Alte Hansestadt Lemgo". 
Einen  Bericht finden sie auch auf dieser Homepage unter AKTUELLES.


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