„Verflixt! Geister, Hexen und Dämonen“


Verflixt! Genau 13 Heimatfreunde fanden sich am 15. Juni am LWL - Freilichtmuseum Detmold ein, um die Sonderausstellung (siehe oben) zu besuchen.

   Die Führung übernahm die Ausstellungskuratorin, Frau Gefion Apel M. A., die auch stellvertretende Museumsleiterin ist.

Unser 1. Vorsitzender, Erhard Oerder,

begrüßte Frau Apel und bedankte sich schon im voraus, dass sie sich für uns Zeit nahm. 

Auch unser 2. Vorsitzender, Dr. Heinrich Stiewe

der selbst im LWL Freilichtmuseum beschäftigt ist, war mit von der Partie und konnte  viele Einzelheiten seiner Forschungen einbringen.
Die erste Station machten wir im Lippischen Meierhof. 
Es wurden uns überlieferte Bräuche beim Tod eines Mitglieds der Familie geschildert.

Eine Rolle spielte oft der Knoblauch!


Der Sarg stand stets unter der Hauptluke auf der Diele, die Füße zeigten nach außen. 

Im Deckenbalken der Leibzucht befand sich eine quadratische Öffnung, die keine konstruktive Bedeutung hatte, aber möglicherweise zur Anbringung eines "Hexenzeichens" diente, um schädliche Einflüsse von Hexerei oder auch Geister am Eindringen durch die Bodenluke zu hindern (siehe unten).

Auch das Käuzchen mit seinem Ruf "kuwitt", das als "komm mit" gedeutet wurde, fand sich in der Sammlung in der Ausstellungsscheune.


Manchmal erschien ein Käuzchen am Fenster eines Kranken- oder Sterbezimmers, wo lange Licht brannte. Es wurde als "Totenvogel" oder "Leichenhühnchen" gefürchtet. Tatsächlich war die kleine Eule nur auf der Jagd nach Insekten, die durch das Licht angelockt wurden.

 


Dr.  Stiewe berichtete von Funden im letzten Jahr in der Leibzucht: In verpflockten, konstruktiv nicht benötigten Bohrungen wurden Holz- und Pflanzenreste sowie Bruchstücke von kleinen Eiern (sog. Küken- oder Kummereier) gefunden. Die verpflockten Inhalte solcher "Zauberbohrungen" sollten Schaden und Krankheiten von Mensch und Tier fernhalten. In anderen Fachwerkbauten wurden auch sog. Hexenbriefe in Bohrlöchern gefunden, die gegen Schadenzauber von Hexen schützen sollten.



Auch zu den Wegekreuzungen gab es viel zu berichten. Da Geister und Dämonen oft als etwas dumm geschildert werden, kann man sie an Wegekreuzen in die Irre führen. 

Hier wurde z.B. schlecht gewordenen (blaue) Milch verschüttet.





Weiter ging es bei herrlichem Wetter und wunderbarer Wolkenbildung zum Paderborner Dorf






Im großen Ausstellungshaus werden  viele sorgfältig zusammengestellte kultische Gegenstände präsentiert. Hier wird deutlich, dass Aberglaube und Glaube eng zusammen gehören.

Eine besondere Vitrine zeigt Beispiele von "Volksfrömmigkeit", von der Kirche geduldet, aber nicht theologisch hinterfragt. Als Beispiel sei ein Taschenreliquiar genannt, ein Sammelsurium von kleinen Teilen in einer reich verzierten Schatulle, die in ihrer Gesamtheit "heilbringend" wirken sollte.







Viele Texttafeln gaben Auskunft zu den einzelnen Themenkreisen.
 Während der Führung konnten wir leider nicht alle lesen. 
Hier einige der Tafeln.

 

Ein weiterer Besuch lohnt sich auf jeden Fall, um die vielen Einzelheiten zu würdigen, die mit Sorgfalt zusammen getragen wurden.

Ein 
Dank gilt der Museumsleitung

die in jedem Jahr durch diese Sonderausstellungen einen erneuten Besuch der altbekannten Bauten lohnenswert macht.


Auch wir bedankten uns bei Frau Gefion Apel!




Hier weitere Textbeispiele:

 

   

Nichts wie hin! Ein Besuch lohnt sich!!!


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